Zu Gast in anderen Küchen

Nachbericht

DGE-Sektion Niedersachsen: 22. Niedersächsisches Ernährungsforum „Ernährung im Sport – (K)ein Gewinn?!“ am 24. Oktober 2018 in Hannover

Für den Leistungssport existieren internationale Standards zur Sporternährung. Für den Breiten- und Gesundheitssport finden sich dagegen kaum gesicherte Empfehlungen. Das gemeinsame Niedersächsische Ernährungsforum „Ernährung im Sport – (k)ein Gewinn?!“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) e. V. – Sektion Niedersachsen, der Ärztekammer Niedersachsen und der Akademie des Sports im LandesSportBund (LSB) Niedersachsen e. V. versuchte Antworten zu finden und Hinweise zu geben.

Als Gastgeber der Tagung in der Akademie des Sports eröffnete Karl-Heinz-Steinmann, Leiter der Akademie des Sports im LandesSportBund, die Tagung und verdeutlichte in seiner Begrüßung die Wichtigkeit des Themas für den LSB Niedersachsen. Der LSB beschäftigt im Olympiastützpunkt (OSP) Niedersachsen Ernährungsberaterinnen, die den Nachwuchs- und Spitzensportlerinnen und -sportlern in diesem Thema kompetent zur Seite stehen. Auch im Breitensport ist die Ernährung und Gesundheit der Sportlerinnen und Sportler dem LSB wichtig, weshalb er sich aktiv im Beirat der DGE Niedersachsen engagiert.

Dr. Jörg Baumgarte aus dem Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz begrüßte die Teilnehmer herzlich und hob die gute Zusammenarbeit mit den Veranstaltern hervor. 42% der deutschen Bevölkerung bewegt sich zu wenig, so dass Veranstaltungen wie das Ernährungsforum wichtig sind, um für das Zusammenwirken gesunder Ernährung und Bewegung zu sensibilisieren.
Den Abschluss der Grußworte machte Dr. med. Thomas Buck (Ärztekammer Niedersachsen). Auch er mahnte an, dass sich die Bevölkerung mehr bewegen und gleichzeitig gut ernähren sollte. Das ist u. a. deshalb notwendig, da 20% der Kinder bei der Einschulung Gewichtsprobleme haben.

Im ersten Fachvortrag des Tages ging Neele Mattausch (OSP Niedersachsen) auf die zu beachtenden Unterschiede der Ernährung zwischen Leistungs- und Breitensportlerinnen und –sportlern ein. Für Breitensportlerinnen und -sportler, die 3 bis 4 Mal die Woche für eine Stunde Sport treiben, reicht eine ausgewogene Ernährung nach den DGE-Standards aus, um Sport in diesem Maße zu betreiben. Eine spezifische Ernährung ist nicht notwendig. Es ist jedoch wichtig, dass vor der Belastung ausreichend Kohlenhydrate als Energielieferanten zur Verfügung stehen und unmittelbar nach dem Sport Proteine (z. B. in Form von Magerquark mit Obst, Kakao oder Bananenmilch) zugeführt werden, um die Regeneration zu begünstigen. Eine dauerhaft unzureichende Energiezufuhr kann sich negativ auf die sportlichen Leistungen und körperliche Gesundheit auswirken. Die Sporternährung sollte dabei wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen und eigenen Erfahrungen berücksichtigen.
Dr. Nadiya Bakhiya vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ging darauf ein, welche Rolle Nahrungsergänzungsmittel (NEM) für Sportlerinnen und Sportler haben. Im Breitensport nutzen ca. 50-85% der Sportlerinnen und Sportler NEMs. Sie werden vor allem zur Leistungssteigerung, Gewichtsreduktion oder zur verbesserten Regeneration konsumiert. Problematisch ist, dass sie als Tabletten, Dragees, Pulver und Kapseln für jedermann erhältlich sind. Da es sich hierbei um Lebensmittel und nicht um Arzneimittel handelt, gibt es kein Zulassungsverfahren für diese Substanzen. Als besonders kritisch sind dabei Vertreiberfirmen im Internet zu beurteilen. Mögliche Risiken (z. B. Beimischung von Substanzen, die in Deutschland verboten sind, wenn aus dem Ausland bestellt wird) werden unterschätzt und der Bedarf bzw. Nutzen überschätzt. Daher sollte im Breitensport mehr professionelle Aufklärung und Sensibilisierung betrieben werden. Bei gesunden Breitensportlerinnen und -sportlern deckt eine ausgewogene und vollwertige Ernährung den Nährstoffbedarf und
Dr. Alexandra Schek (Ernährungswissenschaftlerin, Mitglied des DGE-Arbeitskreises Sport und Ernährung) klärte in ihrem Beitrag auf, dass „normale“ Breiten- oder Freizeitsportlerinnen und -sportler keine speziellen Anforderungen an das Trinken haben. Die täglichen Flüssigkeitsverluste durch Nieren, Darm, Haut und Lungen abzüglich Wasser aus der Nahrung betragen durchschnittlich ca. 1,5 Liter. Diese Menge sollte täglich mindestens getrunken werden. Hinzu kommt der individuelle Schweißersatz. Dieser ergibt sich aus dem Körpergewicht vor der Belastung, plus die Trinkmenge während der Belastung abzüglich des Gewichtes nach der Belastung. Diese Differenz muss mit 1,3 multipliziert werden, um die zu trinkende Menge nach der Belastung zu erhalten. Symptome eines Flüssigkeitsmangels sind ähnlich (ebenso wie bei einer zu großen Flüssigkeitszufuhr) u.a. Kopfschmerzen, Schwindel, Verwirrtheit, Atemnot und Muskelkrämpfe. Während sportlicher Aktivitäten, die länger als eine Stunde andauern, sollte bereits während der Aktivität auf eine angemessenen Flüssigkeitszufuhr geachtet werden und vor allen isotonisch getrunken werden, um Flüssigkeitsverlusten durch Schwitzen entgegenzuwirken und den Körper mit Kohlenhydraten sowie Natrium zu versorgen. Nach der Belastung ist fettarme Milch bzw. Kakao ein ideales Getränk. Ungeeignete Sportlergetränke sind hypertone Getränke wie Fruchtsäfte und Limonaden. Geeignete Getränke während der Belastung sind isotone Getränke, z.B. kommerzielle Dextrin-Elektrolyt-Gemische und Fruchtsaftschorlen im Verhältnis 1 Teil Fruchtsaft: 1 Teil natriumreiches Mineralwasser.

Im abschließenden Vortrag ging Josefine Nebl (Universität Hannover) darauf ein, wie sich die sportliche Leistungsfähigkeit in Abhängigkeit der Ernährungsform verhält. Die aktuelle Datenlage zeigt bislang weder vorteilhafte noch nachteilige Assoziationen einer vegetarischen oder gar veganen Ernährung auf die Leistungsfähigkeit eines Sportlers. Jedoch ist zu beachten, dass die Bioverfügbarkeit einzelner Nährstoffe bei tierischen Lebensmitteln deutlich höher ist, als bei pflanzlichen. Die Serumwerte sollten regelmäßig durch einen Arzt kontrolliert werden, um einen Mangel rechtzeitig zu erkennen und diesem entgegenzuwirken. Insgesamt gibt es Forschungsbedarf zu diesem Thema, weil insbesondere hinsichtlich vegetarischer und veganer Ernährung die Datenlage sehr gering ist.

Schlussfolgernd lässt sich sagen, dass eine vollwertige, abwechslungsreiche Ernährung mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr Sportlern zum Erfolg führt und für diese unentbehrlich ist. Auf die präventive Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln kann verzichtet werden, der Verzehr von Gemüse und Obst liefert zahlreiche Nährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe in einer optimalen Zusammensetzung.

Autoren:
Schülerinnen der Diätschule, an der Medizinischen Hochschule Hannover, Klasse 43
Marco Vedder, Akademie des Sports im LandesSportBund Niedersachsen e.V.

Veranstalter:
DGE-Sektion Niedersachsen, Akademie des Sports im LandesSportBund Niedersachsen e.V., Ärztekammer Niedersachsen

 

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